Radsport-Superstar Tadej Pogacar ist bei der Spanien-Rundfahrt schwer gestürzt und auf der achten Etappe verletzungsbedingt ausgestiegen. Der Slowene kollidierte 33 Kilometer vor dem Ziel auf dem Weg nach Xeraco an der Mittelmeerküste mit anderen Fahrern im Peloton und ging nach einem Schlenker kopfüber über den Lenker.
In der Folge hielt er sich den linken Arm. An der linken Schulter war eine Schnittwunde zu sehen, im Gesicht Abschürfungen. Pogacar ging selbständig in den Krankenwagen und wurde behandelt. Wie auf Bildern in den Sozialen Medien zu sehen war, fuhr er unmittelbar vor seinem Crash wohl über einen kleinen Stein. Die übrigen an der Kollision beteiligten Fahrer konnten das Rennen fortsetzen.
"Ein schrecklicher Crash", sagte UAE-Sportdirektor Matxin Joxean Fernandez: "Das sind Sachen, die im Radsport passieren. Man kann nicht sagen, dass irgendjemand dafür die Verantwortung hat." Am Abend teilte das Team mit, dass sich Pogacar eine Gehirnerschütterung sowie Brüche des linken Schlüsselbeins und eines Halswirbels zugezogen habe. Demnach muss sich der fünfmalige Tour-de-France-Gewinner aus Slowenien einer Schlüsselbeinoperation unterziehen, die jedoch "aus Vorsichtsgründen wegen der Gehirnerschütterung verschoben wird", hieß es.
Darüber hinaus gab das Team leichte Entwarnung. "Glücklicherweise liegen keine weiteren schweren Verletzungen und keine neurologischen Folgen vor", wird Dr. Adrian Rotunno, medizinischer Leiter des UAE-Teams, zitiert: "Tadej bleibt weiterhin in der Obhut unseres medizinischen Teams." Sein Zustand sei stabil.
"Das schmerzt!"
Der fünfmalige Tour-de-France-Gewinner war mit einem Vorsprung von 3:50 Minuten auf Endric Mas in die achte Etappe gegangen und lag auf der Jagd nach seinem ersten Triumph bei der Vuelta damit komfortabel in Führung. Er hatte auf den ersten sieben Etappen insgesamt drei Tagessiege gefeiert und nur fünf Wochen nach seinem Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt mit gewohnter Dominanz beeindruckt. "Das schmerzt. Nicht das Ende, auf das irgendjemand gehofft hatte", schrieb die Vuelta. Schnell gab es auf den Radsport-Portalen zahlreiche Genesungswünsche an Pogacar.
Nach dem Aus von Pogacar ist Mas nun neuer Spitzenreiter. Dahinter darf sich auch der viermalige Gesamtsieger Primoz Roglic Hoffnungen auf einen weiteren Erfolg machen. Die achte Etappe gewann nach 171 Kilometern von Pucol nach Xeraco der Franzose Bryan Coquard im Sprint vor Ex-Weltmeister Mads Pedersen.
Ende September steht noch die WM in Montreal an, wo Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) eigentlich seinen dritten Weltmeistertitel in Folge anstrebt - die Fortsetzung der Saison scheint nun aber offen. Pogacar stieg erstmals bei einer Grand Tour vorzeitig aus.
